Oberhessische Zeitung Alsfeld BERFA (nst) Mr. Christelli verzauberte Jung und Alt
Magischer Auftritt in der JuTaBü - Ballons zogen sich wie ein roter Faden durchs Programm - David-Copperfield-Flair.
Wenn aus 20 Mark urplötzlich 100 Mark werden, dann hat man entweder gerade beim Derby aufs richtige Pferd gesetzt - oder es ist Magie im Spiel. Am Freitagabend traf jedenfalls letz- teres zu: Eine
Unzahl verblüffender Tricks präsentierte der Zauberer Mr. Christelli in der Kulturscheune Berfa in seinem wahrlich bezaubernden Programm. Ein wirklich professioneller Künstler trat mit Mr. Christelli auf der Jugendtalentbühne "Ju-Ta-Bü" auf, zauberte er doch schon fast überall auf der. Welt und dabei für Promi- nenz wie Alfred Biolek oder Siegfried und Roy. Schon beim Einzug zu den Klängen von Vangelis, "Conquest of paradise", merkte man, dass es sich bei Mr. Christelli um einen Künstler handelt, der sein Können geschickt in Szene zu setzen weiß. Professionell und energiegeladen betrat er die Bühne, moderierte in einer erfrischenden Mischung aus Eloquenz und
Spontanität und trat in der Folge den Beweis dafür an, dass sich sein Können nicht nur auf einen gelungenen Auftritt beschränkt. Ganz gleich, ob er aus seinem Schuh ein Bierglas hervorzauberte, eine Schnur in ein Tuch verwandelte, Fünfmarkstücke regnen ließ oder gar einen Zwanzigmarkschein verschwinden ließ, das Publikum kam jedenfalls nicht aus dem Staunen heraus. Erst recht verblüfft war man, als eben dieser Zwanzigmarkschein in einem Ballon auftauchte, den Mr. Christelli kurz zuvor aufgeblasen hatte. Ballons zogen sich übrigens wie ein roter Faden durch Mr. Christellis Programm, belohnte er mit ihnen doch schließlich die zahlreichen Assistenten aus dem Publikum, die Mr. Christelli
geschickt in sein Programm einzubinden verstand, sie für so manches Zauberstück auf die Bühne holte und damit für eine Menge Transparenz sorgte. Dabei waren es aber keine einfachen Luftballons: Aus jedem länglichen Ballon gestaltete der Magier in Sekundenschnelle mit einigen Handgriffen die witzigsten Tierfiguren und zauberte so ein ums andere Mal ein Lachen in die Gesichter der Zuschauer.
Auch im zweiten Programmteil wollte das Staunen kein Ende nehmen. Drei verdeckte Karten, zwei schwarze und eine rote, vertauschte Mr. Christelli mit wenigen langsamen Zügen und ließ das Publikum erraten, wo denn nun die rote Karte sei - natürlich trafen die Zuschauer
kein einziges Mal ins Schwarze. In Anlehnung an die vergleichbaren Hütchenspielertricks in den Fußgängerzonen mancher Großstädte verband der Magier seinen Trick mit einer logischen Schlussfolgerung: "Spielen sie niemals mit fremden Leuten um Geld". Die Neugier des Publikums befriedigte Mr. Christelli, indem er das Publikum in einen seiner Tricks einweihte. Dennoch, so betonte er, gehe mit der Enthüllung von Zaubertricks "das Schönste an der Zauberei", die Illusion, verloren - eine Aussage die beim Publikum auf breite Zustimmung stieß. Nach noch so manchem erstaunlichen Trick - Mr. Christelli entwickelte zeitweilig sogar hellseherische Fähigkeiten und wusste vorherzusagen, in welcher
Reihen- folge eine Zuschauerin eine Symbolfolge erstellen würde - schloss der Magier mit einem klassischen, spektakulären Trick: der von Schwertern durchbohrten Frau, die kurz darauf unversehrt aus der Kiste kletterte. So endeten zwei Stunden "Da- vid-Copperfield-Flair" schließlich mit atemberaubender Pyrotechnik unter dem lang anhaltenden Beifall des Publikums.